Mittwoch, 16. Dezember 2015

Raphael Müller - Ein Autor, der meinen Respekt hat!

Hallo und guten Abend ihr lieben,
das nächste Gewinnspiel steht an :) Aber nicht nur das, ich möchte euch heute einen Autor vorstellen, der für mich mehr ist als nur ein Autor.
Raphael hat leider ein paar Behinderungen, aber das stört nicht, wer seine Bücher liest, merkt sehr schnell der kann etwas.
Spannend an der Sache ist auch für mich der Kontakt zu ihm gewesen.
Ich habe nämlich das Buch Asa und Gasa 1 gelesen -> Rezension <- und war hin und weg von diesem tollen Buch.
Dabei hab ich dann angefangen Raphael zu suchen, doch leider hatte ich an diesem Wochenende, als ich das Buch gelesen habe, kein Glück ihn zu finden. Bis auf einmal eine Nachricht bei Lovelybooks mich erreichte und er mir geschrieben hat. Ja Raphael hat sich bei mir gemeldet, das hat mich so tief berührt. Und ich fragte ihn prompt, ob er denn Lust auf ein Interview hätte. Ich  muss dazu sagen, sein erstes Buch (dass ihr hier heue auch gewinnen könnt) kenne ich leider nicht, bin nun aber sehr neugierig auf dieses Buch. Ich fliege mit zerrissenen Flügeln. Gestern entdeckte ich dann auch noch ein Interview von ihm in einer Zeitung, diesen Bericht findet ihr hier -> Link Dort findet ihr ein aktuelles Bild mit seiner Mutter :).

Und hier findet ihr mein Interview mit diesem Besonderen Menschen und hier meine ich nicht, seine Behinderung, sondern er hat einen ganz besonderen Kern :).




Nicole: Hallo, danke das du mit mir auf der Rehwiese verweilen möchtest, ich hoffe dir geht es heute gut, und dass du mit meinen Fragen etwas anfangen kannst.

Raphael: Ja, gerne. Ich war schon neugierig auf Deine Fragen.

Nicole: Zu erst einmal, du bist ja ein ganz besonderer Autor, denn du hast eine ganz besondere Geschichte, möchtest du diese vielleicht den Lesern auf meinem Blog, noch mal etwas erklären?

Raphael: Findest Du? Eigentlich schade, dass Du meine Autobiografie „Ich fliege mit zerrissenen Flügeln" nicht kennst. Wie konnte denn das passieren? Das sollten wir ändern. Da stehen nämlich so ziemlich alle Antworten auf Deine Fragen drin:-) Hier die Stenovariante: ich hab' mir meinen Schlaganfall schon vor der Geburt geleistet. Das hat für ein paar Komplikationen gesorgt: laufen funktioniert nicht, sprechen auch nicht. Ich brauche ständig eine Begleitperson für all die vielen Handgriffe..

Nicole: Du bist ja auch Autist. Wie nimmst du denn als Autist deine Welt wahr?

Raphael: Ich vergleiche das gerne mit einem Haus: Autisten blicken schlicht aus einem anderen Fenster hinaus in die Wirklichkeit, als die 90% der anderen.

Nicole: Und wie meisterst du einen Tag so in deinem Alltag?

Raphael: mit ganz viel Hilfe von Gott und meinen Mitmenschen.

Nicole: Wenn du jetzt zu Gasa und Asa schaust, was ist für dich das wertvollste an diesen Zwillingen?

Raphael: :-) sie vermitteln etwas von meiner Welt. Besonders freue ich mich über die Freundschaft und den natürlichen, unverkrampften Umgang untereinander und mit Daniel. Das beschreibt Inklusion wie ich sie mir wünsche.

Nicole: In deinem Buch hast du geschrieben, dass du Zahlen und Worte anders verstehst als wir "gesunden", was oder wie nimmst du denn die Zahl 20, 06, 83 wahr? 

Raphael: Die zwanzig sieht aus wie eine Spirale in apfelgrün um einen smaragdfarbenen Kern. Die sechs ist klein, rund und schwarz. Die dreiundachzig gleicht einem Donut mit hellgelber Glassur.

Nicole: Welche Farben sind eigentlich deine liebsten Farben?

Raphael: Mir gefällt alles außer Neon. Es kommt auf die Dosierung an.

Nicole: Was wünscht du dir für deine Zukunft? 

Raphael: Ich würde gerne studieren. Außerdem will ich unbedingt weiterschreiben, in der Hoffnung, dass Ihr beim Lesen mindestens so viel Freude habt, wie ich beim verfassen. Momentan arbeite ich an Teil 4 der „Asa und Gasa" Reihe. Wäre cool, wenn Ihr mich fleißig unterstützt, damit dieser Teil nicht ungedruckt in der Schublade verendet.

Nicole: Was macht dir Sorgen wegen deiner Zukunft? 

Raphael: Ich bete, dass ich immer Menschen um mich habe, die mich stützen können und, dass die Gestützte Kommunikation endlich überall anerkannt wird. Sonst ersticke ich womöglich irgendwann an meinen ungeäußerten Gedanken.
Es ist reichlich unwahrscheinlich, dass sich mal ein weibliches Wesen für mich interessiert... Dafür braucht es vermutlich ein Wunder. Aber vielleicht hat Gott ein Einsehen und gönnt auch mir eine Partnerschaft, so wie Samuel Koch, Nick Vuijcic und Martin Pistorius. Es hat ja noch etwas Zeit.

Nicole: Du hast ja auch eine Schwester, ist es manchmal schwer für dich, sie wahr zu nehmen, und zu wissen, sie hat einen ganz anderen Weg vor sich als du?

Raphael: Nein, ich finde Hannah supercool!

Nicole: Gibt es eigentlich ein Erlebnis mit einem Tier, dass dich tief geprägt hat?

Raphael: Die Delphintherapie ist unschlagbar:-)

Nicole: Was ist eigentlich dein aller aller liebster Ort hier auf der Welt?

Raphael: Die Karibik, dort gibt es Sonne, Strand und Delphine.

Nicole: Hast du denn ein Lieblingsessen? 

Raphael: Das wechselt immer mal wieder. Gegrilltes Gemüse und Fleisch mit Ofenkartoffeln steht aber regelmäßig auf meiner Liste. Currywurst mit Pommes mag ich aktuell auch sehr gern.

Nicole: Du bist ja im Rollstuhl, findest du, dass Menschen im Umgang mit dir, etwas besser machen könnten? Und wie wünscht du dir selbst, wie man auf dich zu kommt?

Raphael: :-) Eigentlich wünsche ich mir es so, wie ich es in meinen Büchern beschreibe: werft die Berührungsängste über Bord, nehmt Behinderte ernst, sprecht direkt mit ihnen und nicht nur über die Begleitperson und verkopft Euch bitte nicht. Seid so normal wie möglich!

Nicole: Ich nehme dich ja als einen lebensfrohen Menschen wahr, der einen richtig tiefen Glauben hat. Wie hast du denn zu Jesus gefunden, und was ist für dich das beste an dieser Beziehung?

Raphael: Jesus war schon immer da, auch in den sieben Jahren, in denen mir niemand zugetraut hat, dass ich klar denken kann. Ich musste ihn nicht erst finden. Er war mein Trost und mein Halt! Jesus liebt mich so, wie ich bin!

Nicole: Du bekommst bestimmt mit, dass es Menschen gibt, die meinen, wenn es Gott gibt, dürfte es keine Krankheit geben, wie gehst du mit dieser Frage um?

Raphael: Da unterläuft uns gerne ein Denkfehler: die Tatsache, dass es Not, Leid und Krankheit gibt, liegt ja nicht in Gott begründet, sondern vielmehr in dem freien Willen, den Gott uns gab. Wenn wir uns wissentlich immer wieder gegen Gott und seine Gebote entscheiden, dann ist es nicht verwunderlich, wenn unsere Erde mehr der Hölle als dem Himmel gleicht. 
Abgesehen davon kann ein perfekt Gesunder schnell Sinn und Ziel verfehlen. Manchmal hilft es, wenn nicht immer alles glatt läuft. Wir merken deutlicher, dass wir Gott brauchen und wir spüren Seine Gegenwart deutlicher, wenn wir aus eigener Kraft nicht weiterkommen.

Nicole: Was wünscht du dir persönlich für das Jahr 2016?

Raphael: Viel Zeit zum Schreiben, eine stabilere Gesundheit, zufriedene Leser und positives Feedback, Delphintherapie, einen gangbaren Weg an die Uni, ...

Nicole: Ich danke dir für deine Geduld und Lust meine Fragen zu beantworten und ich wünsch dir dass du noch ganz ganz ganz viele tolle Bücher schreiben kannst. 



Gewinnspiel:
Möchtet ihr das Buch dass ich euch oben vorgestellt habe, gewinnen?
Bedingung:
1) Ihr solltet in Deutschland wohnen, damit der Autor euch direkt eines schicken kann
2) Ich möchte euch bitten, mir zu erzählen, was findet ihr an Raphael interessant? Und wie ist das für euch, der Umgang mit Behinderung? Und bitte hinterlasst doch auch direkt eine Möglichkeit wie ich euch Kontaktieren kann.
3) Das Gewinnspiel würde bis zum 20.12.2015 laufen bis 23:59 h am Montag würde ich direkt auslosen :).
4) Ihr solltet auf jeden Fall Volljährig oder die Einverständnis eurer Eltern/Erziehungsberechtigen haben.

Kommentare:

  1. Hallo Nicole.

    Das Buch und die Lebensgeschichte interessieren mich sehr. Ich habe bisher noch nichts von Raphael gelesen.

    Der Umgang mit Behinderung? Am besten geht man mit Menschen, die ein Handicap haben genau so um wie mit Menschen ohne Handicap. Wenn man eine Frage hat, sollte man sie stellen. Ich kenne ein paar Menschen mit Handicap und es ist nichts schlimmer als schräg von der Seite schauen. Die tollsten Erfahrungen macht man, wenn man die Hand reicht. Denn hier können alle voneinander lernen ;)

    Alles Liebe
    Claudi

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  2. Guten Morgen,

    vielen Dank für dieses tolle Interview! :) Habe den Link grade bei Lovelybooks entdeckt.
    Ich finde toll, wie Raphael so voller Lebensmut und voller Glauben ist. Viele fangen ja schon an bei Kleinigkeiten an ihrem Glauben zu zweifeln. Außerdem finde ich sehr beeindruckend, dass er sagt, dass Jesus schon immer da war.
    Letztlich ist jeder Mensch gleich für mich, egal ob mit oder ohne Behinderung, aber trotzdem merke ich, dass es für mich doch immer eine Überwindung ist. Es lohnt sich aber immer diese zu überwinden.
    Liebe Grüße
    Samira
    (alias Samm2411 bei Lovelybooks)

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  3. Maria L. (Arwen10)16.12.2015, 14:45:00

    Finde ich ganz toll das Interview. Ich habe Raphaels buch schon in der Hand gehabt, aber nicht gelesen. Da ich die ganzen Leserunden unter mir habe, kann ich nur die wenigsten Bücher aus Zeitgründen lesen. Aber seine Geschichte ist auf jeden Fall ein Buch, dass ich noch lesen möchte. In meinem christlichen Adventskalender gibt es demnächst auch beide Titel von Asa und Gasa zu gewinnen. Der fontis Verlag hat mich reichlich bedacht und ich darf die Bücher unter die Leute bringen.

    Wie ist für mich der Umgang mit Behinderung. Wahrscheinlich etwas anders als bei anderen. Ich habe Krankenpflege gelernt und da war ein Bestandteil der Ausbildung, dass man davon ausgeht, dass auch Menschen, die sich nicht äußern können (z.B. Schlaganfall) noch alles mitbekommen und man auch dementsprechend mit ihnen umgehen sollte.

    Meine älteste Tochter arbeitet übrigens in einer Einrichtung für behinderte Kinder und es hat sie dazu animiert, Gebärdensprachedolmetscherin zu werden. Aktuell studiert sie gerade in Hamburg.

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  4. Hallo Nicole, vielen dank für das tolle Interview.
    Besonders Raphaels Bericht von der Delfin Therapie hat mich an ein ganz besonderes Ereignis vor zehn Jahren erinnert. Damals hatte ich in der Zeitung von einem jungen gelesen, der unbedingt wieder so eine Therapie machen wollte, weil die erste bei ihm solche Fortschritte in der Entwicklung gebracht hat. Es wurde um Spenden gebeten. Der Bericht hat mich berührt und deshalb habe ich 50 Euro gespendet. Ungelogen zwei Stunden nach meiner online Überweisung hatte ich eine Gutschrift von 50 Euro auf dem Konto. Ein Gewinn der Aktion Sorgenkind, bei der ich bisher höchstens 5 Euro gewonnen hatte.


    Wie gehe ich mit Behinderten um ? Ich versuche immer zuerst den Menschen zu sehen, versuche natürlich zu bleiben, aber oft geht das besser, wenn man sein gegenüber erst besser kennt. Aber so geht es ja oft, dass man neue Bekanntschaften eher "beäugt". Ich habe mit großem Interesse und Begeisterung "Rolle vorwärts " von Samuel Koch gelesen. Es zeigt, dass es manche besondere Menschen gibt, die so viel ausgeglichener sind als ich und es relativiert vieles, bei dem ich mir zuviel sorgen mache.

    Ich finde es toll, dass Raphael so kreativ ist, so viel Energie hat und auch gleichzeitig so dankbar. Davon möchte ich mir gern eine Scheibe abschneiden - an den tagen, an denen mir meine kleinen sorgen mal wieder über den Kopf wachsen.

    Liebe grüße

    Sonja
    vielleser18 bei l S

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  5. Hallo,

    von dem Buch "Ich fliege mit zerrissenen Flügeln" habe ich bei lovelybooks erfahren und es steht seitdem auf meiner Wunschliste. Mich interessieren behinderte Menschen sehr, weil jeder von ihnen eine besondere Sicht auf diese Welt hat, so wie Raphaels andere Sicht auf Zahlen zum Beispiel. Man bekommt einfach einen neuen Zugang zu der Welt, sieht eine andere Realität, guckt, wie Raphael so schön sagt, aus einem anderen Fenster.
    Ich habe im Rahmen meiner Arbeit öfter die Aufgabe bekommen, einen behinderten Azubi oder neuen Angestellten als beruflicher Mentor zu begleiten. Ich weiß nicht, warum ich immer diese Aufgabe bekam und ich habe auch immer versucht, ohne Berühungsängste auf die Leute einzugehen. Allerdings kann man nicht immer über seinen Schatten springen, ich gestehe, dass es mir auch nicht immer gelungen ist, diese gänzlich abzulegen. Das lag teilweise auch an der Art der Behinderung, manchmal war ich mir einfach unsicher, wie der andere die Situation wahrnimmt oder wie er behandelt werden möchte. Besonders wenn sprachliche Kommunikation nicht immer möglich war, war mir auch nicht immer wohl in meiner Haut, weil ich verunsichert war.
    Ich finde das Thema Inklusion auch sehr spannend und wichtig, daher wandert die Asa-und-Gasa-Reihe definitiv auf meiner WuLi.

    Ich finde Dein Interview ganz super, ich bewundere Raphael, wie lebenslustig er sein Leben meistert und ich glaube, wir können noch viel von ihm lernen!

    Liebe Grüße von

    orfe1975 (auch mein Lovelybooks-Profil)

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Hi
Danke das du mir ein paar Gedanken da gelassen hast. Sie werden jedoch erst noch freigeschaltet.
Bei nächster Gelegenheit komme ich dich auch besuchen und werde dir auch einen Kommentar hinterlassen. Fragen beantworte ich dir dann dort auch sehr gerne 😃.
Einen ganz lieben Gruß
Nicole