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Freitag, 9. November 2018

174/2018) Sternkinder

Titel: Sternkinder
Autorin: Clara Asscher-Pinkhof
Übersetzung: Mirjam Pressler
Seitenanzahl: 288 Seiten
ISBN: 978-3-7915-0106-2
Verlag: Dressler Verlag -> Link
Preis: 16,00 €
Alter: ab 12 Jahren
ET: 20.09.2018

Copyright des Covers: Oetinger Verlag!!!

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Meine Meinung zum Klassiker:
Sternkinder

Aufmerksamkeit:
Ich hab diesen Titel gesehen und dachte irgendwie an Sternenkinder, also an Kinder die zu früh gehen mussten und das ein Kind davon erzählt, wie das ist, aber was ich erhalten habe ist viel gruseliger und viel intensiver als das was ich erahnte. Weswegen ich auch bei diesem Buch deutlich länger brauchte als ich es beabsichtigte, warum das so war, und warum ich finde, das man sich viel bewusster machen sollte, was vor 80 Jahren geschah, das erfahrt ihr, wenn ihr weiter lest.
Ich habe übrigens ganz bewusst erst heute das Buch hier auf dem Blog zeigen wollen, denn heute vor 80 Jahren kam es zu der sogenannten Progromnacht die das Leben der Juden komplett auf den Kopf stellte.

Inhalt in meinen Worten:
Dieses Buch ist nicht neu auf den Markt, doch dennoch verliert sein Inhalt seinen Wert nicht, im Gegenteil, gerade im Hier und Jetzt ist es umso nötiger gerade dieses Buch neu zu entdecken und sich bewusst zu machen, was es heißt, ein Sternkind zu sein.
Denn Kinder ab einem gewissen Alter müssen Sterne tragen, zumindest vor 80 Jahren. Entweder hatte dieses Kind Glück und es durfte den Krieg heil überstehen, oder das Kind hatte Pech und wurde alleine in ein KZ gebracht, oder mit den Eltern, doch was sie da erlebten, war alles andere als einfach.
Der Tod klopfte jeden Tag an die Tür und die Frage ist, kann man es schaffen diese Tür zu zu lassen oder muss man öffnen und sich dem Tod ungewollt in die Fänge geben?
Das und viele weitere Fragen könnt ihr euch selbst stellen, wenn ihr in das Buch hineinblickt.

Wie ich das Gelesene empfand:
Ich konnte nicht in einem Stück dieses Buch lesen. Das lag einerseits daran, dass das Buch mit vielen Kurzgeschichten ausgestattet ist, die doch alle in einer Form zusammengehören, zum anderen, weil das Schicksal mich persönlich ziemlich mitgenommen hat und ich merkte, zu viel auf einmal bringt mich zum rückwärts essen. Das liegt aber weniger an dem was und wie das Buch geschrieben ist, sondern an dem, wie grausam Menschen sein können.

Stil des Buches:
Die Geschichten beruhen auf Tatsachen. Clara Asscher-Pinkhof schriebt die Schicksale der Namenlosen Sternkinder auf, denn sie war als Freiwillige eine Helferin und begleitete viele Kinder und viele Sternkinder auf ihrem letzten Weg. Das schreibt sie in der Sie oder Er Form nicht in der Ich Form. Ehrlich und Schonungslos, realistisch und Hautnah wird so die Geschichte eines einzelnen an mein Herz getragen.
Wie und was sich zutrug, warum es manchmal doch noch Wunder gab und was Wärme bedeutet und vieles mehr findet man in diesem Buch geschrieben.
Aber leider wurde auch die Autorin selbst im Mai 1943 zur Departation gebracht und auch davon berichtet dieses Buch.

Meine Gedanken:
Ihr wisst ja, in einem Stück konnte ich dieses Buch nicht lesen, es hat mich viel zu sehr mitgerissen und hin und wieder flossen die Tränen, wenn ich mir aber überlege, die Geschichten sind teilweise über 80 Jahre alt und sie haben immer noch nichts von ihrer Bedeutung verloren, man muss ja nur das Weltgeschehen beobachten, bewegt das mein Herz in einem ganz bestimmten Rhythmus und in einem Entsetzen, das ich vor diesem Buch nicht gekannt habe.
Obwohl es nicht blutig geschrieben ist, sondern wirklich eher in Poesie und Lyrik so hat das Buch doch einen ziemlichen Treffer in mein Herz und in meinen Kopf gesetzt. Es lässt mich nachdenklich, erschüttert und auch ein bisschen ängstlich zurück. Was ist, wenn die Geschichte wirklich komplett eine Wiederholung hinlegt? Was ist wenn das was schon einst passierte wieder passiert? Schau ich weg? Versuche ich etwas zu ändern? Schaffe ich es, meine Augen aufzuheben und zu sagen, NEIN! Fragen, die mich das Buch stellen lässt und zu keiner befriedigenden Antwort kommen lässt.
Das schlimme am Buch ist nicht, das ich lese, wie Kinder ihre letzten Stunden verbringen, oder eine frisch Vermählte von ihrem Mann getrennt wird, auch nicht das Blut fließt, denn das tut es nicht. Sondern die schonungslose Ehrlichkeit, das Schicksal eines jeden Kindes und jeden Menschen in diesem Buch lässt mich nicht los, das Buch schreit mich förmlich an und das auf stille Art und Weise, doch so, das ich nicht mehr weghören kann und will.
Im Nachwort darf ich übrigens erkennen, das die Autorin des Buches überlebte und in Israel letztlich landete.

Empfehlung:
Dieses Buch eignet sich wunderbar als Klassenlektüre, vielleicht viel mehr, als es manch Geschichtsunterricht, wo man einfach nur einschläft, könnte. Das Buch rüttelte auf und schaffte eine Atmosphäre in mir zu erzeugen, das ich das Gefühl hatte mittendrin anstatt nur nebenbei zu sein.
Das Buch eignet sich auch als Jugendbuch in einem Buchclub, zusammen entdecken, was einst passierte.
Für Jugendliche würde ich aber sehr empfehlen, das Buch nicht alleine zu lesen, sondern mit Fragen und Anregungen zu jemanden zu gehen, und darüber zu sprechen, vielleicht einfach selbst sein Herz anzusehen und sich selbst zu fragen, was wäre wenn.
Ich kann euch das Buch empfehlen, aber Achtung, es lässt euch nicht unbewegt zurück.

Bewertung:
Für mich ist dieses Buch ein Buch, wo die Bewertung mit Sternen mehr als schwer ist. Literarisch ist es eine kostbare Perle, emotional lässt es mich nicht mehr los (weswegen ich auch nicht alle Seiten lesen konnte, weil es mich zu intensiv mitgerissen hat) und es wird ein Buch sein, in das ich immer wieder hinein blättern und lesen werde, weil ich einfach nicht alles erfassen konnte und wollte in der kurzen Zeit. Es ist ein Buch, das schreit, und das doch auf leise Samtpfoten. Es ist ein Buch das rüttelt und schüttelt, das die Fundamente in mir zum einreisen brachte, und doch ist es ein Jugendbuchklassiker, der in meinen Augen viel zu wenig Aufmerksamkeit erhält, denn ich hab es bis ich es in meiner Hand gehalten habe, nicht gekannt.
Ich gebe fünf Sterne. Aber mit dem Wissen, dem Buch und den Geschichten kann man mit Sternen absolut nicht gerecht werden.

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Danke das du mir ein paar Gedanken da gelassen hast. Sie werden jedoch erst noch freigeschaltet, es sei den es ist Spam, oder anderes was ich nicht dulde auf meiner Seite.

Bei nächster Gelegenheit komme ich dich auch besuchen und werde dir auch einen Kommentar hinterlassen. Fragen beantworte ich dir dann dort auch sehr gerne.
Einen ganz lieben Gruß
Nicole