Montag, 7. März 2016

36) Wie das Licht von einem erloschenen Stern

Titel: Wie das Licht von einem erloschenen Stern
Autorin: Nicole Boyle Redtnes
Seitenanzahl:243 Seiten
ISBN: 9783407821041
Verlag: Beltz -> Link
Preis: 14,95
Alter: Ab 14 Jahren
ET: 07.03.2016

Copyright des Covers: Beltz!!!





Meine Meinung zum Buch: 
Wie das Licht von einem erloschenen Stern

Aufmerksamkeit und Erwartung:
Dieses Buch ist mir auf der Spielzeugmesse das erste mal über den Weg gelaufen, als ich dann mit dem Verlag Beltz Kontakt aufgenommen habe, durfte ich mir dieses Buch aussuchen, wofür ich mich noch mal herzlich bedanken möchte. Dummerweise bewarb ich mich zeitgleich bei BloggdeinBuch -> Link Jedoch hatte ich mich gleich beim Verlag gemeldet, denn ich hatte das Buch ja schon, so dass es nun keine Dopplung gegeben hat, das hätte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren können.

Warum ich dieses Buch lesen wollte?
Ich fand die Vorschau zum Buch, sowie die Inhaltsangabe vielversprechend. Denn ich mag Bücher, die nicht nur Heitere Laune verbreiten, sondern auch hin und wieder Bücher, die schwere Themen in sich fassen können und dennoch dem Leser Mut machen möchten, und genau so wirkte das Buch.
Ich hab also ein Jugendbuch erwartet, das einerseits ein schweres Thema in sich hat, aber gleichzeitig mich positiv verlässt.

Inhalt in meinen Worten:
Stell dir vor, du hast einen Unfall, einen der dein Leben komplett auf den Kopf stellt, denn du hast dein Sprachzentrum durch diesen Unfall unwiederbringlich kaputt gemacht bekommen. Diese Krankheit nennt sich: Aphasie.
Im Gehirn gibt es viele Areale: die Sprache, Kunst, Denken und Fühlen beherbergen und helfen im Alltag zurecht zu finden.
Doch was ist, wenn auf einmal alles auf dem Kopf gestellt ist? Worte die du vor dem Unfall noch richtig setzen konntest, auf einmal nicht mehr setzen kannst, wenn Menschen die Worte die du sagst, zu erst einmal nicht verstehen, gibst du auf? Oder machst du es wie Vega?

Wie fand ich das gelesene?

Sprache im Buch:
Die Sprache im Buch ist sehr weise eingesetzt worden, einerseits kann ich als Leserin den Wörterschlamm, so wie Nicole die Autorin es nennt, von Vega lesen, gleichzeitig aber auch das Schicksal das hinter dieser Chaos Geschichte steht.
Die Sätze sind einfach gehalten worden, und laden dennoch ein, mich auf die Geschichte gut einzulassen. Richtig für Jugendliche eben. Nicht zu hochtrabend und auch nicht zu kindlich!

Thema Aphasie:
Diese Krankheit stelle ich mir sehr, sehr schwer vor. Und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen könnte, wenn meine Sprache gestört wäre, wenn alles was ich noch vor kurzem konnte, nicht mehr kann.
So ging es Vega. Kurz vor dem Abitur geschieht der Unfall, deswegen konnte sie leider auch nicht mehr das Abitur auf diesem Wege nachholen. Denn durch die Sprachstörung musste sie vieles erst einmal neu lernen.
Auch merkt man im Buch, wie tief so eine Krankheit greifen kann. Einerseits möchte man wirklich gerne alles beim "alten" lassen, doch das geht gar nicht so einfach. Denn es ist eben nicht mehr alles beim alten. Nicht alle Beziehungen, Freundschaften können das aushalten. Andererseits gerade durch so einen schweren Weg, wird schnell klar, dass man auch echte Freunde hat oder finden kann.

Gut fand ich, dass Nicole die Selbsthilfegruppe in das Spiel brachte, so konnte Sie ermutigen, wenn es euch schlecht geht, holt euch Hilfe, auch wenn ihr Angst davor habt. Das fand ich wirklich wertvoll.

Auch fand ich es gut, dass im Nachwort erwähnt wird, wie Nicole zu diesem Buch Thema gekommen ist, und was ihr Wunsch ist, wie die Leser mit dem gelesenen umgehen.

Apathie ist keine leichte Diagnose, nicht jeden trifft es so wie Vega. Manche haben wenige Probleme, andere haben bis zum Lebensende extrem damit zu kämpfen. Wichtig ist, das man jeden Fall individuell betrachten muss.

Achtung: Ab hier könnten Spoiler folgen!

Geschichte:
Hier finde ich die Thematik total klasse. Denn wie oft sind Schwestern im Schatten ihrer großen oder kleinen Schwester, und wie schnell kann aus einer unbedachten Handlung, etwas richtig fieses folgen? Genau das spricht dieses Buch hier an.
Als Vega Rückblenden zum Geschehen hatte,merkte sie schnell, hier stimmt was nicht, dieser Unfall war kein Versehen, somit ging sie auf die Suche, die letztlich erst einmal im Sand verläuft. Durch ihren neuen Freund bekommt sie Lebenshoffnung und Mut wieder zu sprechen. Dabei kommt nach und nach heraus, wie dieser Unfall wirklich geschehen konnte und wie Vega damit umgeht.

Auch den Gedanken: Die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern, man kann nur das beste daraus machen, und in die Zukunft schauen, fand ich total ermutigend. Gerade in Vega´s Fall, fand ich diesen Satz sehr wertvoll, am Ende des Buches klärt sich auf, warum ich diesen Satz wählte.

Charaktere:
Vega: Anfangs verzweifelt, teilnahmslos, wütend und dann doch wieder lebensbejahend, einfach überzeugend und dabei könnte ich mir gut vorstellen, das Vega eine richtig gute und beste Freundin werden kann und ist.
Alma: Geheimnisvoll, will irgendwie nur rebellieren, möchte gern die Schule abbrechen und doch wird irgendwann klar, was los ist. Sie ist einfach Alma, und letztlich war sie für mich eine richtig spannende Figur, auch wenn am Ende zu schnell der Abschied von diesem Mädchen gekommen ist.
Mutter von Vega: Kämpferin durch und durch und doch überfordert. Bringt ihrer Tochter mit viel Geduld und Liebe bei, gebe dich nicht auf, doch ob ihr das wirklich gelingen wird?
Theo: Toller Junge. Mutmachend, Leuchtturm, selbst an Aphasie erkrankt. Dadurch einfach realistisch und nah!

Jugendbuch?
Ja, im großen und ganzen schon. Es hat aber auch etwas von einem Thriller in sich und leider auch Aspekte, die ich nicht gerne in Jugendbüchern lese, Sex. Dennoch war hier der Sexuelle Kontakt nachvollziehbar und auch nicht zu tiefgehend. Klar war, es passiert etwas, doch was passiert wurde nicht richtig wiedergegeben, so das ich als Leserin, wenn ich es mochte, selbst Gedanken dazu machen konnte.

Fazit:
Ein Buch, das mich begeistert, mir etwas von einer Krankheit, die ich selbst noch nicht kannte, näher brachte.
Die Geschichte ist spannend und auch die Handlungen waren total schön.
Wenn es auch nicht ganz ein reines Jugendbuch in meinen Augen war, so konnte es mich berühren und ich kann mir gut vorstellen, dass Jugendliche ab 14 Jahren, Freude an dieser Geschichte haben.

Für mich hatte das Buch etwas kostbares und lebensrettendes, wie ein Leuchtturm in der Nacht.

Bambis:
Ich gebe diesem Buch 4 Bambis.



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Hi
Danke das du mir ein paar Gedanken da gelassen hast. Sie werden jedoch erst noch freigeschaltet.
Bei nächster Gelegenheit komme ich dich auch besuchen und werde dir auch einen Kommentar hinterlassen. Fragen beantworte ich dir dann dort auch sehr gerne 😃.
Einen ganz lieben Gruß
Nicole