Freitag, 3. März 2017

Interview mit Nikola Huppertz inklusive Gewinnspiel

Hallo meine Lieben, 

Und schon ist wieder Freitag und Zeit für ein Interview.
Dieses mal mit Nikola. Sie lernte ich durch ihr Buch: "Mein Leben mal eben" kennen, das mir richtig gut gefallen hat. HIER könnt ihr meine Rezension lesen.
Dieses mal habe ich das Taschenbuch für euch hier liegen, Original verpackt, und es wartet darauf, von einem von euch ausgepackt zu werden :).
Die genauen Spielregeln wie ihr an den Gewinn kommen könnt, findet ihr hier -> Link. 

Die Fragen um am Gewinnspiel teilzunehmen, findet ihr unten :). Bitte hinterlasst mir einen Kommentar mit einer Möglichkeit, wie ich euch kontaktieren kann und wer seine Email nicht posten möchte, aber gerne gewinnen möchte, darf mir gerne unter EMAIL schreiben. Ich schreibe dann den Gewinner an, und er hat 7 Tage Zeit sich zurück zu melden und dadurch seinen Buchgewinn zu empfangen. ACHTUNG: Ich hafte nicht für die Post und ich verschicke das Buch dann als Buchsendung. Weswegen nur Menschen, die in Deutschland wohnen mit teilnehmen können. Außer ihr möchtet das Porto in euer Land übernehmen.

Übrigens: 
Das Gewinnspiel startet am 03.03.2017 um 00:30 Uhr und endet am 09.03.2017 um 23:59 Uhr.


Und los geht es :).






Nicole: Hallo Nikola, was ist dein größter Sieg in deinem Leben?

Nikola: Dass ich immer weitergemacht habe, im Leben wie im Schreiben, auch wenn es mir mühsam oder gar absurd erschien. Irgendwann kam jedes Mal ein Wendepunkt, der etwas in Aussicht stellte und mich das Schwere einordnen ließ. Und dann natürlich meine beiden Kinder, die durch unser Zusammenleben mein Gespür für Lebendigkeit und Zusammenhänge Tag für Tag erneuern.


Nicole: Du hast ja nun bei Coppenrath ein wirklich tolles Jugendbuch heraus bringen dürfen, wie bist du denn auf die Geschichte gekommen?
Nikola: „Mein Leben, mal eben“ war eine lange Geburt – eine jahrelange sogar, ausgehend von der ersten Idee. Am Anfang stand schlicht die Vorstellung von diesem leicht durchgeknallten Mädchen und seinen beiden Müttern. Und je mehr ich Anouk kennen- und liebenlernte, desto klarer wurde mir, was sie so umtreibt und was ihr alles widerfährt: mit Philipp, ihrem Samenspender-Rockervater, mit Lore und Moritz, mit der Musik und mit den Wörtern, ihren besten Freunden. Manches habe ich geplant, beispielsweise, dass Anouk für Moritz einen Songtext schreibt, der in der Geschichte eine wesentliche Rolle spielt, oder die Missverständnisse zwischen ihr und Lore. Aber viele kleine Einzelheiten, Anouks einsame Nachtgedanken zum Beispiel oder ihre Phantasien, ergaben sich erst im Schreibprozess.

Nicole: Bei dir findet ja auch das Thema Regenbogenfamilie einen besonderen Stellenwert, was bedeutet für dich selbst dieses Thema.
Nikola: Ich glaube, Regenbogenfamilien könnten ganz normale Familien sein, wenn sie nicht noch immer mit Vorurteilen zu kämpfen hätten. Und ebenso normal könnte und sollte eine Familienkonstellation wie die von Anouk in der zeitgenössischen Kinder- und Jugendliteratur sein. Literatur bildet Gesellschaft ab und gestaltet Gesellschaft mit, und ich wünsche mir diese wie jene bunt und facettenreich und tolerant.
Gerade angesichts der Tatsache, dass auf Schulhöfen „schwul“ noch immer als Schimpfwort benutzt oder verschämt darüber gekichert wird, ist es mir wichtig, in Geschichten einen unverkrampften und unaufgeregten Umgang mit Homosexualität aufzuzeigen. Anouk hat ein schönes Leben mit ihren Müttern, und niemand hat das Recht, ihr das schlechtzureden. Genau wie all die Kinder lesbischer und schwuler (oder Stief-, Adoptiv-, alleinerziehender oder sonstwie aus dem klassischen Raster fallender) Eltern ein Recht auf Normalität haben.


Nicole: Was bedeutet es dir, Bücher zu schreiben?
Nikola: Alles. Schreiben heißt, meinen eigenen Gedanken auf die Spur zu kommen, meine Phantasie freizulassen und etwas entstehen zu lassen, das eine Bedeutung in sich trägt – eine Geschichte, ein Gedicht, eine Notiz oder auch ein Brief an eine Person, die mir lieb ist.
Zu schreiben bedeutet für mich andersherum auch, (Gedanken-)Spuren zu hinterlassen. Und wenn diese in Form von Büchern für andere zugänglich gemacht werden und aus meiner kleine Privatwelt in eine größere gelangen, ist das meine Art, mich zu öffnen. Ein Angebot zur Kommunikation und zum Teilen von Gefühlen.


Nicole: Wann hast du dein erstes Buch auf den Markt gebracht und was hat sich seitdem alles bei dir selbst getan, hat dich das Bücher schreiben verändert in irgendeiner Hinsicht?
Nikola: Mein erstes Buch „Karla, Sengül und das Fenster zur Welt“ ist Anfang 2009 erschienen, die erste Version des Manuskripts gab es schon 2007. Vor zehn Jahren also. Natürlich habe ich seitdem viele Erfahrungen gesammelt, durch Versuch und Irrtum, durch Training, Frust, Durchhalten und wachsendes Vertrauen in mich selbst. Ich habe verschiedene Formen ausprobiert, von der Miniatur bis zum Roman, habe neben realistischen Geschichten auch solche mit phantastischen Elementen erfunden, habe Prosa und Lyrik verfasst. Aber mit dem, was ich zu erzählen habe, was ich schreibend erkunden und zum Ausdruck bringen möchte, bin ich mir treu geblieben. Unterm Strich geht es immer ums Menschsein an sich. In allen Variationen - und mit dem, was uns allen gemeinsam ist.


Nicole: Wenn du jetzt so an deine eigenen Bücher denkst die du gelesen hast, welches hat dich am meisten geprägt?
Nikola: Von den Büchern meiner Kindheit ganz klar „Madita“ von Astrid Lindgren. Madita war so unfassbar lebendig und vielschichtig, dass sie mir vorkam wie eine echte Freundin. Ich wollte sie wieder und wieder lesen, wollte sie wieder und wieder treffen. Egal, ob ich traurig war oder froh. Im Erwachsenenalter war es kein einzelnes Buch, das mich geprägt hat, sondern eher die literarische Vielstimmigkeit, die ich nach und nach entdeckt habe. Ein paar Bücher, die mich in den letzten Jahren wirklich umgehauen haben, sind „Eheroman“ von Katrin Seddig, „Die Liebe zu Zeiten des Mahlstädter Kindes“ von Clemens Setz, „Bilder deiner großen Liebe“ von Wolfgang Herrndorf, „Frauen ohne Männer“ von Shahrnush Parsipur.


Nicole: Was bedeutet für dich Gleichstellung der Menschheit?

Nikola: Die Akzeptanz von Unterschieden. Und die uneingeschränkte Achtung der Würde jedes einzelnen.


Nicole: Wann dürfen wir wieder mit einem neuen Buch von dir rechnen, und welches Thema wird es in diesem Buch sein?
Nikola: Zeitgleich mit „Mein Leben, mal eben“ ist mein – grandios von Elsa Klever illustriertes – Bilderbuch „Meine Omi, die Wörter und ich“ erschienen, das erzählt, wie Sprache zwischen Generationen weitergegeben wird und dabei Beziehungen stiftet. Im August 2017 wird außerdem ein weiterer Roman erscheinen,  in dem die zwölfjährige Lisbeth erfährt, dass ihr Vater, den sie nie kennengelernt hat, verunglückt ist. Gemeinsam mit ihrer Mutter macht sie sich auf eine Reise auf, die sie nicht nur ihrem toten Vater näherbringt, sondern auch sich selbst.


Nicole: Wenn du jetzt an alle deine Protagonisten denkst, welche davon würdest du gerne in Echt treffen und was würdest du gerne mit ihnen unternehmen?

Nikola: Den Schriftsteller Nikolai aus „Die unglaubliche Geschichte von Wenzel, dem Räuber Kawinski, Strupp und dem Suseldrusel“. Wir würden einen Spaziergang im Regen machen und hinterher an seinem Kamin sitzen, Kaffee trinken, Cantuccini aus seiner goldenen Klappdose essen und uns darüber unterhalten, wie überaus seltsam es zugeht, wenn man Bücher schreibt.


Nicole: Was ist für dich das schönste Erlebnis mit deinen Lesern?
Nikola: Wenn ich das Gefühl habe, dass der Text eine echte Verbindung zwischen uns aufbauen konnte. Nachdem mein Roman „Wie ein Splitter im Mosaik“ erschienen war, bekam ich zum Beispiel eine lange Mail von einer jungen Frau. Sie schrieb mir sinngemäß, das Buch habe ihr Leben verändert und ihr Mut gemacht, von nun an ihren eigenen Weg zu gehen, wo sie zuvor todunglücklich ausgetretene Wege begangen habe. Sehr berührt bin ich auch, wenn ich vor Schulklassen aus „Karla, Sengül und das Fenster zur Welt“ lese und hinterher Kinder zu mir kommen, die Yesim oder Lale oder Cem heißen, und mir erzählen, dass sie sich das Buch aus der Stadtbibliothek ausleihen und im Ganzen lesen wollen, denn: „Was Sengül da erlebt, das kenn ich auch. Endlich erzählt das mal einer.“



Nicole: Wo hast du denn deine Bücher geschrieben? Konntest du in dieser Zeit dir auch Ruhe Orte genehmigen wo du eine Pause machen durftest oder hast du Tierische Freunde an deiner Seite gehabt, die dich beim schreiben in irgendeiner Form unterstützen konnten, so das du das Gefühl hattest sie geben dir Kraft?

Nikola: Normalerweise schreibe ich zu Hause an meinem Schreibtisch, von dem aus ich über das Dächermeer rund um einen Marktplatz blicken kann – und in den Himmel, der sich darüber aufspannt. Um abzuschalten, gehe ich meist meine Standard-Spazierrunde über einen denkmalgeschützten Friedhof. Oft kommen mir dort unvermittelt neue Ideen. Manchmal leistet mir beim Schreiben unser Papagei Gesellschaft, der die ganze Angelegenheit allerdings eher langweilig zu finden scheint und alles dranlegt, mich abzulenken. J



Nicole: Ich danke dir für deine Zeit und ich hoffe sehr das dein Buch wirklich noch viele Leser findet.
Nikola: Vielen Dank auch dir!

Meine Fragen an euch:
1) Welches Haustier hat Nikola?
2) Was denkt ihr über das Thema Regenbogenfamilien?
3) Warum wollt ihr unbedingt das Buch: Mein Leben, mal eben lesen?

Ich wünsche euch ganz viel Glück und ich hoffe es machen viele mit, wenn ihr es teilt oder mir einen neuen Follower hinterlasst, hat das keine erhöhten Gewinnchancen, jedoch wäre es echt lieb von euch :).

Eure Nicole Katharina

Kommentare:

  1. GUten Morgen,
    ich möchte gar nicht gewinnen, weil ich nicht zeitnah dazu kommen würde das Buch zu lesen und das wäre sicher schade.
    Aus dem Grund verrate ich auch das Haustier nicht, aber Frage Nr. 2 dazu habe ich was zu sagen: Familie ist Familie und die gibt im Besten Fall immer das was am wichtigsten ist im Leben: Liebe, Halt und Geborgenheit, ob nun mit oder ohne Regenbogen, ist doch völlig egal.

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  2. Hallo Nicole,
    Ein sehr schönes Interview ist das geworden =). Ich bin sehr überrascht wie oft man hört, dass Autoren zum Teil Jahre lang an einer Idee feilen, bis wir sie vielleicht eines Tages zu lesen bekommen. Ich weiß nicht, ob ich die Geduld dafür hätte. Das spazieren gehen über diesen alten Friedhof gefällt mir!

    Nikola hat einen Papagei als Haustier. Und was Regenbogen Familien angeht, da bin ich sehr aufgeschlossen! Familie bedeutet so viel mehr als dieses strikte Vater Mutter Kind denken. Jeder muss sehen wie er glücklich wird, denn darum geht es für mich.
    Seit ich deine Rezension zum Buch gelesen habe, möchte ich die Geschichte gerne lesen. Du hast ja schon mal mit einem Buchtipp bei mir voll ins Schwarze getroffen :).

    Einen schönen Sonntag!
    Anja

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    1. Herzlichen Glückwunsch 😃
      Das Buch wird seinen Weg zu dir finden.
      Lieben Gruß Nicole

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  3. Nikola hat einen Papagei als Haustier der während sie schreibt versucht ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. :)
    Und zu den Regenbogenfamilien: Ich als Erzieherin kann da ganz klar sagen, dass alles was zählt Liebe, Geborgenheit, gemeinsame Zeit & Interesse aneinander das wichtigste sind. Und der Begriff Familie ist so unterschiedlich auslegbar. Solange die genannten Dinge existieren ist es doch ganz egal wie sich die Familie zusammensetzt. :)
    Genau aus diesem Grund würde ich das Buch liebend gerne lesen.
    LG Anna

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Hi
Danke das du mir ein paar Gedanken da gelassen hast. Sie werden jedoch erst noch freigeschaltet.
Bei nächster Gelegenheit komme ich dich auch besuchen und werde dir auch einen Kommentar hinterlassen. Fragen beantworte ich dir dann dort auch sehr gerne 😃.
Einen ganz lieben Gruß
Nicole